Terrence Ngassa

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7. April 2002
Deutsche Aussätzigen-Hilfswerk e.V. (DAHW)
http://www.dahw.de/presse_matinee.html

Terrence Ngassa Quartett (CAM/D/PL)
Terrence Ngassa (tp, voc)
Laia Genc (piano)
Pascal Niggenkemper (bass)
Mirek Pyschny (drums)

Presse Mitteilung DAHW
Am Weltgesundheitstag ging den Zuhörern Musik unter die Haut
Anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April veranstaltete das Deutsche Aussätzigen-Hilfswerk e.V. (DAHW), Würzburg, eine Matinée Santé mit Musik für Gesundheit

Mit einer "Matinée Santé", die unter dem Motto stand: "Musik, die unter die Haut geht", machte das Deutsche Aussätzigen-Hilfswerk e.V. (DAHW), Würzburg, auf den Weltgesundheitstag aufmerksam, dem alljährlich der 7. April gewidmet ist. Gleichzeitig war die Veranstaltung im Gartenpavillon des Juliusspitals der Auftakt zu 45 Konzerten im Bundesgebiet, die auf das 45-jährige Bestehen des DAHW aufmerksam machen sollen.

24 Jahre nachdem UNICEF und Welt-Gesundheitsorganisation in der Konferenz von Alma Ata ein Programm initiiert hatten, das "Gesundheit für alle Menschen bis zum Jahr 2000" zum Ziel hatte, müssen wir feststellen, dass die Welt heute weit von der Verwirklichung dieses schönen Traumes entfernt ist. Vor allem die Menschen in den Ländern der "Dritten Welt" leiden nach wie vor unter zahlreichen, zum Teil tödlichen Infektions- krankheiten. Grund dafür ist nur allzu häufig die Armut in diesen Ländern.

"Wir sind nicht 45 Jahre alt, sondern 45 Jahre jung, denn das DAHW ist ein aktives, dynamisches Hilfswerk", betonte der Präsident des DAHW, Dr. Horst Frank mit Blick auf die nachhaltige medizinische und soziale Arbeit des DAHW. Erfreut über das rege Interesse an dieser Vormittagsveran- staltung begrüßte er unter den Gästen Weihbischof Helmut Bauer und Staatsminister Eberhard Sinner mit Gattin.

Mitbegründerin Irene Kober berichtete über die Gründung des DAHW, das 1957 zunächst als kleiner Unterstützungsverein von acht Freunden für einen Arzt in Äthiopien ins Leben gerufen worden war. Hilfsgesuche, die bald danach aus Südamerika und Afrika nach Würzburg gelangten, veranlassten den Freundeskreis die Aktivitäten des Werkes auszudehnen. Das DAHW ist heute die größte Hilfsorganisation ihrer Art in der Welt.

DAHW-Mitarbeiterin Ulrike Hanlon verbrachte einige Jahre im Auftrag des DAHW in Tansania. "Es hat sich viel geändert", meinte sie ihm Hinblick auf das soziale Stigma, das Lepra- und Tuberkulosekranke, die zudem häufig an AIDS leiden, immer noch zu erdulden haben. Zwar würden auch heute noch Leprakranke wegen ihrer Krankheit ausgegrenzt, doch verhielten sich die Menschen in Tansania zunehmend pragmatisch. Wichtige Aufgabe des DAHW bleibe daher die soziale Integration der geheilten Patienten in die Gesellschaft.

Prof. Dr. Klaus Fleischer, Tropenmediziner und Vorstandsmitglied des DAHW erinnerte daran, dass Lepra und TB in den Ländern der "Dritten Welt" ganz markante Probleme sind. "Dank des Engagements des DAHW ist die Lepra jedoch in den letzten 30 Jahren zurück gegangen", sagte Prof. Fleischer und wies darauf hin, dass das DAHW in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Enno Freerksen vom Forschungsinstitut Borstel maßgeblich an der Entwicklung einer Medikamentenkombination beteiligt war, die es ermöglichte, Leprakranke innerhalb eines begrenzten Zeitraumes zu heilen. Seit diese Medikamentenkombination zur Verfügung steht, sind die Patientenzahlen drastisch zurück gegangen; dennoch werden seither jährlich konstant etwa 700.000 neue Leprafälle gefunden. Das Engagement des DAHW in der Lepraarbeit, vor allem unter sozialen Aspekten, ist deshalb weiterhin erforderlich. Die Tuberkulose ist, nach Aussage Fleischers, vor allem in Verbindung mit HIV/AIDS weiter auf dem Vormarsch. Doch auch in der TB-Behandlung stehen mittlerweile wirksame Medikamentenkombina- tionen zur Verfügung, die eine rasche Heilung des Patienten ermöglichen. "Krankheit ist nicht nur Folge, sondern auch Ursache von Armut" fasste Prof. Fleischer seinen Beitrag zusammen.

Die Zuhörer folgten der Aufforderung, sich von der Musik, die "unter die Haut geht", berühren zu lassen. Dafür sorgten das Consortium Classicum mit Werken von Beethoven, Mozart und Schubert sowie das Terrence Ngassa Jazz-Quartett, das den Charakter der Matinee mit Stücken wie "Over the rainbow" unterstrich.


V.l.n.r.: Moderatorin Imke Turner, Frau Sinner, der Bayer. Staatsminister für Verbraucherschutz Eberhard Sinner, DAHW-Mitgründerin Irene Kober, DAHW-Vorstandsmitglied Thomas Braun und DAHW-Präsident Dr. Horst Frank


Das "Terrence Ngassa Jazz Quartett"

Foto: Bernd Rösemeier 2002

DAHW - 45 Jahre erfolgreiche Arbeit im Kampf gegen Lepra und Tuber- kulose. Das DAHW, 1957 als ehrenamtliche Initiative von Journalisten in Würzburg gegründet, kümmert sich mit Unterstützung seiner Spender erfolgreich und nachhaltig um die Lepra- und Tuberkulosekranken in der Welt. Im Jahr 2002 fördert das Werk 341 Projekte in 45 Ländern mit einem Gesamtbetrag von 15,9 Millionen Euro. Seit seiner Gründung bis einschl. 2001 hat das DAHW insgesamt Spenden von über 444 Millionen Euro erhalten, mit denen es 1004 Lepra- und Tuberkuloseprojekte in 92 Ländern unterstützen konnte.

 


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